Radsport mit Tradition
Im Frühjahr 1928 trafen sich unter der Leitung von Nikolaus Rück radsportbegeisterte Männer in der Gaststätte Haus Bleuel an der Mellinghofer Straße. Schnell bildete sich ein arbeitsfähiger Vorstand.
Mit Einverständnis der Fahrradwerke Bismarck bekam der Verein den Namen „Radsportverein Bismarck 1928“, dessen Vereinsfarben Blau-Gelb waren. Verstärkung bekam der Verein durch den Radfahr-Tourenclub 1897.
Unter Leitung von Rück gab es schnell Erfolge. Mit zu den erfolgreichsten des Verbandes zählten Hermann Lück, der später Berufsfahrer wurde, Bernhard Rogmann, Josef Wolnitz und Ferdinand Rück, der 1931 Niederrheinmeister wurde. Nach 1933 wurde der Radsportverein „Bismarck 1928“ aufgefordert, seinen Fabriknamen abzulegen. Die Farben blieben und so wurde der Verein auf den Namen RSV Blau-Gelb umbenannt. Während des Krieges wurde der Sportbetrieb eingestellt.
Nur vier Vorsitzende in 90 Jahren
Am 15. Januar 1951 waren es die Männer der ersten Stunde, die ihre Tätigkeit wieder aufnahmen. Mit dem Vorstand Nikolaus und Ferdinand Rück, Heinz Groll als Vorsitzender und Bernhard Rogmann als Fahrwart lebte der Verein auf. Von 1963 bis 1965 leitete Werner Perz kommissarisch die Geschicke, da der erkrankte Heinz Groll den Verein nur teilweise führte.
In der Hauptversammlung 1965 wurde Perz zum ersten Vorsitzenden gewählt. Nach 49 Jahren an der Spitze wurde er 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Das Amt übergab er 2009 in die Hände von Werner Günder, welches inzwischen von Heinz-Werner Nierhaus wahrgenommen wird. Damit hat der Verein nur vier Vorsitzende gehabt.
Schon 1951 wurde ein Straßenradrennen in Oberhausen-Ost veranstaltet, das insgesamt 64 Mal als „Großer Preis der Möbelstadt Rück“ gestartet wurde. Nach der Übernahme des Möbelhauses durch die Firma XXXLutz lief das Hauptrennen ab 2015 unter dem Namen „Internationales Rück XXXL Radrennen“. In seinem Jubiläumsjahr zog sich der Verein aus organisatorischen Gründen von der Durchführung zurück.
Ender der 60er Jahre: Erstes Volksradfahren in Oberhausen
Die ersten großen Erfolge der Blau-Gelben Radrennfahrer ließen nicht lange auf sich warten. Alfred Simmes und Werner Perz feierten zahlreiche Erfolge bei Straßenradrennen. So war es Perz, der 1952 in Dortmund-Aplerbeck und 1953 in Kapellen-Erft gewann und damit die ersten Blau-Gelb-Siege nach dem Krieg in der Männerklasse errang. Mit Alfred Simmes, Hermann Sibilla, Kurt Momm, Sven Hoffmann, Manfred Nowak (Senioren), Sven Grothe, Verena Grothe (Damen) folgten ihm erfolgreiche Fahrer.
Mit Beginn der Trimmwelle initiierte der Verein Ende der 60er-Jahre das erste Volksradfahren in Oberhausen. Nach mehr als 30 Veranstaltungen wurde es inzwischen wegen zu geringem Bürgerinteresses eingestellt. Dafür wurde jetzt die 37. Radtourenfahrt seit 1981 durchgeführt. Dazu haben sich viele Vereinsmitglieder an mehrtägigen Etappenfahrten wie zum Beispiel zur Oberhausener Partnerstadt Middlesbrough, Wicklow Gap in Irland, London, Paris, Berlin, Hamburg, München, Seelow und an den Dollart nach Emden beteiligt.
Ein besonderer Höhepunkt wurde den Vereinsmitgliedern 2006 angeboten. Mit einem Reisebus und vielen Rennrädern im Gepäck machten sich 30 Mitglieder auf den Weg zur Tour de France. Ziel war Alpe d’Huez, wo es eine Bergankunft der Radprofis gab. Die Reisegruppe nutzte den mehrtägigen Aufenthalt für einige Trainingseinheiten auf der Rennstrecke. Mehrtägige Etappenfahrten führten entlang der Bundesstraße 8 von Oberhausen über 725 Kilometer bis in den Bayerischen Wald sowie eine Alpenüberquerung von Schwangau zum Gardasee mit 8500 Höhenmetern.
Highlights nach Jahrtausendwechsel
1991 wurde das erste Mountain-Bike-Rennen im Ruhrpark mit großem Erfolg gestartet. Traditionell findet der MTB-Tag jeweils am 3. Oktober statt. Im letzten Jahr erfolgte die Organisation erstmalig mit dem MSV Steele 2011.
Oberhausener Sportgeschichte schrieben vor und nach dem Jahrtausendwechsel Sonja Granzow und Anja Jerenko im MTB-Downhill. Teilnahme an Deutschen Meisterschaften und Starts in der Downhill Bundesliga waren an der Tagesordnung und endeten oft mit Platzierungen auf dem Treppchen.
Mit dem Trial-Sport hatte der RSV mehrere Jahre eine weitere Radsport-Disziplin im Programm. Hier gewann Werner Stein 2002 und 2003 bei der Norddeutschen Trial-Meisterschaft und dem Norddeutschen Trial-Pokal.





